Immer wieder gibt es kontroverse Diskussionen über die Vergleiche der Pflanzenöle und welches gesündere Wirkweisen besitzt. In Deutschland sind diese Debatten zumeist auf die Sorten der Olivenöle gegenüber den Rapsölen ausgerichtet, da Rapsöl neben Sonnenblumen- und Distelöl zu den beliebtesten Pflanzenölen hierzulande zählt.
Der Fokus liegt bei den Vergleichen vor allem auf dem Anteil der einfach ungesättigten Fettsäuren, da ihnen positive Auswirkungen auf die Gesundheit zugeschrieben werden. Sowohl beim Olivenöl als auch beim Rapsöl werden diese Fettsäuren hauptsächlich durch den Anteil der Ölsäure bestimmt; im Rapsöl einen Anteil von 50-70% und im Olivenöl einen durchschnittlichen Anteil von 72%. Im Gegenzug besitzt das Rapsöl einen höheren Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Auf dieser Basis wird teilweise argumentiert, dass das Rapsöl durch seine gleichmäßigere Verteilung der Fettsäuren besser mit der mitteleuropäischen Ernährung harmoniert.
Lange Zeit wurde angenommen, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren den Blutcholesterinspiegel am stärksten senken können. Inzwischen wurde jedoch nachgewiesen, dass gerade einfach ungesättigte Fettsäuren die besondere Eigenschaft besitzen, dass sie den negativen LDL-Cholesterin-Wert senken, den positiven HDL-Cholesterin-Wert dagegen erhöhen und eine besseres Verhältnis beider Werte erreichen.
Zudem werden den einfach ungesättigten Fettsäuren auch positive Wirkungen auf das gesamte Herz-Kreislauf-System, Krebserkrankungen oder die Knochendichte nachgesagt.
Den höchsten Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren unter den Pflanzenölen in Europa besitzt das Olivenöl.
Zudem ist im Olivenöl sehr viel Vitamin E enthalten, welches unsere Zellen stärkt. Da Vitamin E beim Erhitzen zerstört wird, ist dies ein weiteres verbreitetes Argument gegen die Verwendung des Olivenöls beim Braten.
Untersuchungen haben jedoch belegt, dass Olivenöl bis zu 180°C erhitzt werden kann, ohne dass die Strukturen zerstört werden. Deutlich anfälliger für das Erhitzen sind die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die dann zu den ungesunden Transfettsäuren umgewandelt werden. Olivenöl ist demnach stabiler gegenüber der Erhitzung als Rapsöl, solange eine Temperatur von 180°C ausreicht, was meist der Fall sein sollte.
Bei allen Vergleichen sei jedoch bedacht, dass dies nur für kaltgepresste Öle zutrifft, die noch ihre ursprünglichen Nährstoffe enthalten.
Weitere Quellen:
[2] http://www.cilento-nationalpark.de/beilage/oel2.html
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